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Bluthochdruck

Erhöhter Blutdruck (Hypertonie) gehört mit zu den weitverbreitetsten Erkrankungen überhaupt. Alle in Ruhe gemessenen Blutdruckwerte über 130/80 gelten nach den neuesten Erkenntnissen als überhöht. Der obere (systolische) Wert wird erreicht, während das Herz das Blut in den Körper pumpt. Der untere (diastolische) Wert ist der Blutdruck, der im Blutkreislauf nach Beendigung des Pumpaktes und vor Beginn des nächsten herrscht. Bei ca. 20% der Erwachsenen besteht eine Hypertonie, bei Patienten über 50 Jahren sind es sogar 30-40%.

Ursachen der Hypertonie sind:

  • Erkrankungen der Nieren und ihrer Blutgefäße (bis 10%)
  • hormonelle Ursachen (Aldosteronüberschuß, Cortisonüberproduktion, Überfunktion der Schilddrüse u.a., bis 5%)
  • seltene Ursachen (Nervenschäden, Schwangerschaft, Medikamente, unter 1%)
  • primäre (essentielle) Hypertonie (ohne erkennbare Ursache, 85%)

Risikofaktor für die Entwicklung einer Hypertonie ist auch eine familiäre Belastung. Die Diagnose wird durch die Blutdruckmessung gestellt. Da die einmalige Messung in der Arztpraxis oft wenig aussagekräftig ist (Aufregung usw.), werden zunehmend sogenannte 24-Stunden-Blutdruckprofile erstellt. Der Patient bekommt ein kleines Gerät mit nach hause, das in regelmäßigen Abständen eine Blutdruckmanschette aufpumpt und die Werte automatisch registriert. Das so erstellte Profil ist auch hilfreich bei der Einstellung des erhöhten Blutdruckes mit Medikamenten. Eine Reihe von Faktoren können einen erhöhten Blutdruck weiter verschlechtern:

  • Übergewicht
  • Rauchen und/oder übermäßiger Alkoholgenuß
  • hormonelle Antikonzeptiva (“Pille”)
  • kochsalzreiche Ernährung
  • verschiedene Medikamente, z.B. Cortison, Rheumamittel

Ein erhöhter Blutdruck kann zu verschiedenen Folgekrankheiten führen:

  • lebensbedrohliche Blutdruckanstiege (Blutdruck-Krisen)
  • Herzschwäche und Herzinfarkt
  • Schlaganfälle und Hirnblutungen
  • Arterienverkalkung und deren Folgen
  • Nierenschäden bis hin zur Dialyse
  • Augenschäden bis zur Erblindung

Die Therapie der Hypertonie zielt darauf ab, den Blutdruck dauerhaft, d.h. ständig in den Normbereich zu senken. Folgende Prinzipien kommen dabei zur Anwendung:

  • Gewichtsreduktion
  • Nikotinkarenz
  • Einschränkung des Alkoholkonsums auf maximal 25g/Tag (½ Liter Bier)
  • Kochsalzzufuhr unter 6g/Tag (Ernährungsberatung erforderlich)
  • soweit möglich Meiden von Medikamenten, die den Blutdruck erhöhen (“Pille”, Rheumamittel)
  • Ausdauertraining (z.B. Joggen, Radfahren), keine isometrischen Übungen
  • blutdrucksenkende Medikamente

Weitere Informationen: Hochdruckliga

 

 

Erkrankung

systolisch

diastolisch

Hochdruck

< 140

< 90

Hochdruck & Zuckerkrankheit (Diabetes)

< 130

< 80

Hochdruck, Diabetes & Urineiweiß < 1g/Tag

< 130

< 80

Hochdruck, Diabetes & Urineiweiß > 1g/Tag

< 125

< 75

Empfohlene Blutdruck-Grenzwerte in mmHG (03/2003)